Hundertjähriges Gebäude wurde zur Visitenkarte

 

Was aus einem über hundert Jahre alten Gebäude werden kann, lässt das schmucke Fachwerkhaus in seinem farbenfrischen Gewand an der Ecke zum Alten Friedhof an der Feldstraße 84 in Lehrte erkennen.

Wie aus dem Bilderbuch sieht das Haus aus, dessen Balkenwerk durchgehend echt ist, wie Malermeister Nikolay Fedorczynko versichert. Zum Giebel hin ist das Gebäude jedoch mit einer Schutzverkleidung ummantelt.

Das Grundstück, auf dem Malermeister Carl H. Behre im Jahr 1893 ein Gebäude und einen Stall erbauen ließ, hat er vor einigen Jahren erworben. Wie städtische Bauakten verraten, ließ Carl Behre bereits 1905 am Haus mit der damaligen Nummer 26 eine Veranda anbauen und das Grundstück einzäunen.

Stadtbaumeister Max Huguenin, der zwischen 1908 und 1913 auch die Häuser an der Ecke Ringstraße 18/Gehrkamp 1 plante und die heute unter Denkmalschutz stehen, war sein Ratgeber. Ab 1949 wurde das Gebäude fast ausschließlich gewerblich genutzt, vorübergehend von einem Getränkehandel, einer Elektrofirma, einer Druckerei und auch von einer Knopffabrik.

Heute ist aus dem Haus ein im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehendes Gebäude geworden.

Nikolay Fedorczynko, dessen Vater im Zweiten Weltkrieg in deutsche Gefangenschaft geriet und es nach Kriegsende vorzog, in Deutschland zu bleiben, ist stolz auf sein Eigentum, in dem er mit seinem Fachbetrieb ein außergewöhnlich schönes Zuhause gefunden hat.